Wasser als Quelle fotografischer Inspiration

 

Wasser ist unsere wichtigste Ressource überhaupt und bildet auch den thematischen roten Faden meines fotografischen Schwerpunkts. Das Element Wasser bietet tausend Interpretationen und ist für mich persönlich eine Quelle künstlerischer Inspiration. Die Natur inspiriert mich mit ihrer Schönheit und Kraft – so abwechslungsreich, so dynamisch – sie gibt uns durch ihre Wandelbarkeit so viele unterschiedliche fotografische Möglichkeiten.

 

Besonders das Element Wasser hat mich schon immer fasziniert, da man es in vielen Formen festhalten – Regen, Tau, Nebel, Eis, Schnee – und so immer wieder neue Bilder schaffen kann.
 

 

Ich liebe es, die sich in einem Alpensee spiegelnden Dolomiten, einen Sonnenuntergang am Meer, das Rauschen eines Wasserfalls einzufangen. Ich liebe es, Tautropfen auf einem Blatt oder einen Regentropfen auf der Autoscheibe für die Ewigkeit festzuhalten. Eine meiner Lieblingsaufnahmen („A Lake Full of Stars“) ist eine Luftaufnahme, die mit einer Drohne über einem Alpensee gemacht wurde. Dank dieser Zenitperspektive konnte ich eine magische Atmosphäre schaffen, in der wir einen Baumstamm sehen können, dessen trockene Blätter wie Sterne am Nachthimmel aussehen. Ich bin total begeistert von diesem Foto.
 

Drei Tipps, die ich für die Landschaftsfotografie mit dem Schwerpunkt Wasser geben möchte:

 

 

1. WÄHLEN SIE DIE BESTE TAGESZEIT

 

Möchten Sie Wasser fotografieren, ist es wichtig, die beste Tageszeit zu wählen sowie den Aufnahmeort und die Lichtverhältnisse genau zu beobachten. Die schönsten Bilder von Seen gelingen besonders vor Sonnenaufgang, wenn das Wasser noch spiegelglatt ist. Meine Lieblingszeitpunkte sind Sonnenauf- und Sonnenuntergang. Wie schön ist es, den sich in einem See spiegelnden Sonnenuntergang oder den Sonnenaufgang auf dem Gipfel eines verschneiten Berges einzufangen? An einem sonnigen Tag zu fotografieren ist nicht immer die beste Wahl und ich persönlich ziehe es vor, während oder nach einem Gewitter zu fotografieren, wenn der Himmel bewölkt und stimmungsvoll ist. In diesen Momenten entsteht eine magische Atmosphäre voller Nebel und Dunst – zwei Formen von Wasser, die zwar weniger offensichtlich, aber visuell sehr faszinierend sind. Auch wenn es regnet oder schneit, lassen sich stimmungsvolle Aufnahmen machen. Wichtig ist nur, dass Sie die beste Tageszeit wählen.

 

 

2. FINDEN SIE DEN BESTEN BILDAUSSCHNITT

 

Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf. Experimentieren Sie, testen Sie, bleiben Sie nicht bei den üblichen Aufnahmen. Die Linien, die das Auge leiten, können das zentrale Element auf dem Foto einfangen und so die Funktion einer absichtlichen Platzierung erfüllen. Das kann zum Beispiel ein Tropfen sein, der von einem Baum fällt, ein Bach oder auch ein Schneesturm. Wählen Sie den perfekten Winkel. Wenn man sich das Wasser wie einen Spiegel vorstellt, kann man seine Reflexionseigenschaften verstärken, wenn man bedenkt, dass die Reflexion des Winkels des einfallenden Lichts gleich dem Winkel des reflektierten Lichts ist.

 

 

3. VERWENDEN SIE DAS RICHTIGE EQUIPMENT

 

Möchten Sie das Beste aus einem Bild herausholen, ist es wichtig, dass Sie die richtige Fotoausrüstung zur Hand haben. Um einen Wasserfall zu fotografieren, sollten Sie ein Weitwinkelobjektiv dabeihaben. Für das Fotografieren von Tautropfen oder Schnee, der von Bäumen fällt, nutze ich am liebsten ein Teleobjektiv. Aber um aus der Reihe zu tanzen und den Blickwinkel einer Aufnahme mal komplett zu verändern, sollten Sie (wenn möglich) eine Drohne einsetzen, mit der sie wirklich atemberaubende Bilder machen. Um die Reflexionen im Wasser richtig zur Geltung zu bringen, empfehle ich die Verwendung eines Polfilters, der für scharfe Details sorgt.

 

In der Landschaftsfotografie ist die Nachbearbeitung extrem wichtig. Ich persönlich bevorzuge eine nur leichte Bearbeitung, bei der die Farben so realitätsgetreu wie möglich sind. Deshalb verwende ich SpyderX für die Kalibrierung meines Monitors. Bei der Bearbeitung verwende ich einen Laptop und einen 27-Zoll-Monitor, die beide so kalibriert sind, dass die Bilder der Realität entsprechen.

 

 

Normalerweise neigen wir dazu, Wasser so zu fotografieren, wie es das menschliche Auge wahrnimmt. Solche Fotos aber können etwas steif wirken und es fehlt ihnen an Kreativität. Experimentieren Sie mit dem, was für Sie das Wesentliche Ihres Wasserbildes ist, und versuchen Sie es mit dem Schleiereffekt oder setzen Sie das Wasser bewusst mit seiner Eigenschaft als eine Art Spiegel/reflektierende Oberfläche ein.
 

 

Wenn Sie versuchen, Spiegelungen im Wasser einzufangen, sollten Sie bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang fotografieren, wenn das Wasser vollkommen ruhig ist. Da Wasser flüssig ist und sich bewegt, kann der Schleiereffekt Ihren Bildern eine gewisse Dynamik verleihen. Verwenden Sie dafür eine lange Belichtungszeit (und eventuell ND-Filter), damit das vom sich bewegenden Wasser reflektierte Licht auf den Sensor einwirken und einen „Spureneffekt“ erzeugen kann. Der Name dieser Technik leitet sich von der Tatsache ab, dass sich bewegendes Wasser, selbst wenn es aufgewirbelt wird, auf dem Foto wie ein Schleier erscheint.
 

Ein weiterer interessanter Teilbereich der Fotografie von Wasser ist die Unterwasserfotografie. Ich finde, dass die Unterwasserwelt es ein wirklich faszinierendes Reich ist, das man mit seinen Farben und den unterschiedlichsten Meeresbewohnern besonders schön festhalten kann.
 

 

Wasser hat für mich in meiner fotografischen Arbeit eine sehr wichtige Bedeutung. Es symbolisiert Anpassungsfähigkeit, Entdeckung, Dynamik und Träume, und ich versuche, einen Aspekt dieser Eigenschaften in jeder meiner Aufnahmen darzustellen. Ich möchte mit meiner Fotografie die Bedeutung dieses natürlichen Elements hervorheben, ohne das wir alle nicht leben können.

 
 

Über den Autor – Elisa Fedrizzi

 

Elisa Fedrizzi wurde 1995 in einer kleinen Stadt in Trentino Südtirol (Italien) geboren. Sie stellt sich selbst gerne mit diesem Satz vor: "Kreativer Kopf seit 1995". Sie ist extrem kreativ und freut sich immer auf das nächste Abenteuer.

 

Nach dem Abschluss des naturwissenschaftlichen Gymnasiums machte sie eine Kehrtwende und beschloss, sich kreativeren Fächern zu widmen. Sie schrieb sich an der Akademie der Schönen Künste in Brescia ein und schloss ihr Studium mit einer Innenarchitektur-Diplomarbeit ab, für die sie die Bestnote erhielt (110/110 mit Auszeichnung).

 

Sie hat diesen Schritt nie bereut und nutzte jede Gelegenheit, um mehr über alles, was mit Kunst und Design zu tun hat, zu erfahren. Das führte dazu, dass sie immer mehr dazu lernte und in verschiedenen Bereichen arbeitete: Innenarchitektur, visuelles, urbanes Design, Webdesign, Grafik und alles, was mit Kunst und Kreativität zu tun hat. Die Auseinandersetzung mit so vielen verschiedenen Bereichen inspirierte sie zutiefst, half ihr aber auch zu verstehen, worauf sie sich wirklich spezialisieren wollte: Fotografie, Grafik- und Innendesign.

 

2019 verließ Elisa ihre Stelle in einem Innenarchitekturbüro, um sich als Fotografin und Designerin selbstständig zu machen. Derzeit arbeitet sie mit Architektur- und Designstudios zusammen, wobei sie hauptsächlich bei den Innenarchitekturprojekten, der Erstellung von 3D-Rendering und CAD 2D, Grundrissen, Farb- und Materialauswahl hilft und für den fotografischen Teil die fertigen Innenräume (Privathäuser und Auftragsarbeiten wie Hotels, Restaurants, etc.) fotografiert. Dies ermöglicht es ihr, eine Brücke zwischen den Dingen, die ihr am Herzen liegen, zu schlagen.