Wasser: Der blaue Planet

 
 

Wir leben in einer Welt, in der Blau dominiert – so sehr, dass unser Planet oft als der blaue Planet bezeichnet wird.

 

Wasser prägt unsere Welt in vielerlei Hinsicht: Ozeane umgeben uns, Flüsse schlängeln sich durch die Landschaft, und Eisberge bilden dramatische Formationen in unseren Polarregionen. Regen schafft neues Leben und erhält unsere Existenz. Ohne Wasser gäbe es kein Leben. Die Bedeutung dieser flüssigen Substanz ist für alles Leben hier auf der Erde lebenswichtig. Jeder unserer Tage wird von seiner Existenz bestimmt und beeinflusst.

 

Das Meer hat mich mein Leben lang fasziniert und inspiriert. Da ich auf einer Insel (Großbritannien) lebe, ist die Küste nie zu weit weg, um mal eben hinzufahren, und auch nie allzu weit weg aus meinen Gedanken. Kindheitserinnerungen an Sommertage an der Küste sind mir noch immer im Gedächtnis. Diejenigen, die am Meer leben, haben viele Erinnerungen an die Küste, sowohl weit zurückliegende als auch Erinnerungen aus der Gegenwart. Unsere Verbindung mit dem Meer ruft ein Gefühl des Wohlbefindens, der Faszination und manchmal sogar der Angst hervor.

 

Aus fotografischer Sicht gehe ich an jedes Fotoshooting anders heran, je nach den Bedingungen, die sich zum Zeitpunkt der Aufnahme bieten. Die Wintermonate zeigen hier in der nördlichen Hemisphäre Dramatik und Stimmung, während der Sommer eine eher friedliche und ruhige Szenerie bietet. Jede Jahreszeit gibt dem Fotografen andere kreative Möglichkeiten, den „besonderen Moment“ festzuhalten. Ich fand Wasser schon immer inspirierend zum Fotografieren – die Formen und Texturen sind so reizvoll.

 
 

 
 

Ich persönlich fotografiere Wasser am liebsten bei stürmischem Wetter. Diese wilden Bedingungen können uns als Fotografen vor Herausforderungen stellen, aber die zusätzlichen Anstrengungen lohnen sich, wenn man das Bild im Kasten hat. Der Kampf gegen stürmische Winde und Regen kann entmutigend sein. Schon oft habe ich dann darüber nachgedacht, einfach nach Hause zurückzukehren, selbst während einer Wanderung zu einem vorher definierten Zielpunkt. Nichtsdestotrotz treibt uns das Streben nach dem perfekten Foto immer weiter an.

 

Ich liebe es, Wasser zu fotografieren, vor allem Wellen haben es mir angetan. In den letzten drei Jahren ist das Fotografieren von Wellen fast zu einer Sucht geworden. Gelegentlich beschließe ich, zur Abwechslung Waldszenen zu fotografieren, und dann fahre ich direkt am Wald vorbei und lande an der Küste, um doch wieder Wellen zu fotografieren. Es hat etwas so Faszinierendes, das Brechen der Wellen zu beobachten, dass es fast hypnotisch auf mich wirkt.

 

Besonders die Winterstürme sind ein unglaublicher Anblick. Die meisten der hier gezeigten Bilder wurden in dieser Jahreszeit aufgenommen. Der Nordatlantik kann im Winter besonders wild sein. Tiefdruckgebiete entwickeln sich und nehmen an Schwung zu, bevor sie die Westküste des Vereinigten Königreichs erreichen.

 
 

 
 

Es ist wichtig, sich über die Karten und Vorhersagen auf dem Laufenden zu halten und die Entwicklung dieser Stürme genauestens zu verfolgen. Dieses zusätzliche Wissen hilft bei der Vorhersage der besten Standorte, wenn die Stürme dann auf die Küste treffen. Auch die Bedingungen am Himmel sind wichtig. Wird es dunkle Wolken geben? Wird das Sonnenlicht durchbrechen? Unterschiedliche Bedingungen verändern das Aussehen des Wassers. Tage mit nicht durchgängiger Wolkendecke, die das Licht durchlässt, sind perfekt, um leuchtende Farben einzufangen. Schimmernde Muster sind an Tagen mit Sonnenschein ebenfalls ideal zu fotografieren. Ein bedrohlich-dramatischer Himmel hat den gegenteiligen Effekt und verleiht dem Meer ein düsteres Aussehen. Letztere sind meine Lieblingstage, an denen mir die Fotografie besonders viel Spaß bereitet.

 

Die Natur ist so fesselnd und bringt einen so unglaublich gut wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, dass wir uns oft im Augenblick verlieren. Die Fotografie ist ein ausdrucksstarkes Werkzeug, das viele kreative Möglichkeiten bietet. Die Verschlusszeit ist das wichtigste kreative Werkzeug der Kamera. Wir können längere Verschlusszeiten wählen, um Bewegungen zu verwischen, und kurze Verschlusszeiten, um Bewegungen einzufrieren. Es lohnt sich, beide Techniken vor Ort auszuprobieren, um völlig unterschiedliche Ergebnisse desselben Motivs zu erzielen. Wenn Sie unter hellen Lichtbedingungen fotografieren, benötigen Sie einen Filter für das Objektiv, damit Sie längere Verschlusszeiten realisieren können. Neutraldichtefilter sind dafür die beste Wahl.

 
 

 
 

 

Hier ein Beispiel aus meiner persönlichen Erfahrung bei der Aufnahme von Stürmen: Winterstürme gehen oft mit dicken Wolken und Regen einher. Dies führt zu Problemen bei der Verwendung kurzer Verschlusszeiten, ohne dass man mit viel Licht spielen könnte. Wir haben die Möglichkeiten, den ISO-Wert zu erhöhen oder die Blende zu schließen, um dies auszugleichen. Beides ist mit Nachteilen verbunden und führt zu einem Verlust an Schärfentiefe oder einer Zunahme des sichtbaren Bildrauschens. In solchen Situationen behelfe ich mir oft mit Langzeitbelichtungen.

 
 

 
 

Manchmal kommen die Stürme gar nicht zum erwarteten Zeitpunkt. Anstatt enttäuscht nach Hause zu fahren, fotografiere ich Wasserstrukturen auf der Meeresoberfläche oder suche mit einem Teleobjektiv nach kleineren Details in der Szene. Unabhängig von den Wetterbedingungen gibt es immer etwas zu fotografieren. Manchmal müssen wir nur etwas genauer hinsehen. Ich finde, dass Farbe in meiner fotografischen Arbeit eine wichtige Rolle spielt, und ich verlasse mich auf Datacolor-Produkte für die richtige Farbbalance in meinen Bildern.

 

Wasser ist wirklich eine Inspiration für meine Fotografie. Wir können unbegrenzte Möglichkeiten entdecken, wenn wir uns in unser Handwerk vertiefen, und Wasser bietet uns so viele Gelegenheiten dazu. Dieses Thema fasziniert mich seit vielen Jahren, und ich hoffe, Sie können sich ebenfalls dafür begeistern.

 

 
 

Über den Autor – Mark Dobson

 

Zu Hause im äußersten Südwesten von Cornwall (UK)

 

Fotografie ist eine Vollzeitbeschäftigung und meine Karriere. Meine berufliche Laufbahn begann im Februar 2018. Bisher wurden meine Bilder vom Meer in nationalen Fotomagazinen veröffentlicht, in einer Londoner Galerie ausgestellt und in einem nationalen Wettbewerb ausgezeichnet (Coastal View Winner 2019 - Shipwrecked Mariners Ultimate Sea View Awards).

 

Man findet mich immer in der Nähe des Meeres wo ich in Großbritannien Fotoworkshops an der Küste von Cornwall organisiere und leite und auch in verschiedenen Teilen der Welt. Zurzeit arbeite ich mit anderen britischen Meeresfotografen zusammen und erweitere die Fotoworkshops.

 

Fotografisches Genre: Seelandschaften und Wellenfotografie

   

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